Kämpfen

Wenn Du kämpfst, kämpfst Du niemals allein. Es wird immer jemand bei Dir sein, der mit Dir kämpft oder gegen Dich. Im Sichtbaren oder im Unsichtbaren. Manchmal ist es ein Fremder, ein scheinbarer Gegner. Und zuweilen kämpfst Du sogar gegen Dich selbst, Deine eigenen Schatten. Und Du bemerkst es nicht einmal. Wie aber nun gestaltet sich das kämpfen? Wofür oder wogegen kämpfen wir? Und warum tun wir es immer wieder? ~ Das Kämpfen gehört seit unserer Geburt zu unserer (Aus)Rüstung, die wir menschlichen Körper nennen. Wir kämpfen bereits, während wir auf die Welt kommen. Wir schieben und pressen uns durch den engen Geburtskanal. Und wir werden gepresst. Da ist also noch jemand, der mit uns kämpft und tatkräftig unterstützt, um auf die Welt zu kommen. Wir können dagegen halten und im Kanal feststecken bleiben oder aber wir lassen uns von der Presswehe tragen und wehren uns nicht gegen den Druck. Wir haben die freie Wahl. In diesem Zustand vielleicht nicht immer bewusst, aber dennoch unterbewusst auf der Seelenebene unseres menschlichen Seins. Hier treffen wir unsere Wahl. Immer. Bewusst oder unbewusst. Ob wir für oder gegen etwas kämpfen. Warum kämpfen wir während unserer Geburt? Nun, wir kämpfen in erster Linie, um zu überleben, d.h. um jetzt heil aus der Sache, sprich der uns zunehmend einengenden Umgebung, herauszukommen mit dem Ziel, eigenständig leben zu können. Kämpfen impliziert insofern auch, uns zu schützen und beschützen, wie eine Mutter ihr Kind. Weil wir schützenswerte Wesen sind, die des Schutzes bedürfen, um heil, ganz und gesund zu bleiben, sprich lebensfähig zu sein, zu werden oder zu bleiben. Darum, dafür oder dagegen kämpfen wir. Wir kämpfen und schützen uns also, um zu überleben oder zu leben. Wir kämpfen für oder gegen etwas, um uns selbst, etwas oder jemand anderes zu beschützen. Zum Zwecke des Lebens oder Überlebens. Und ich frage Dich: Wofür lohnt es sich wirklich, zu kämpfen? Gegen was oder wen kämpfst Du an und warum? Um zu überleben oder zu leben? Wen oder was möchtest Du dadurch (be)schützen? Und ist das, wofür oder wogegen Du kämpfst, tatsächlich so schützenswert, wie Du denkst, glaubst oder fühlst?

(Gehörtes aus dem lauschenden Sein, 

20. September 2020, Birgitta Borghoff)

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